Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist der Domtoren, mit 112 Metern der höchste Kirchturm der Niederlande. Er wurde zwischen 1321 und 1382 im gotischen Stil errichtet und steht seit einem Sturm im Jahr 1674 getrennt vom Kirchenschiff der Domkerk. Die Besteigung ist nur mit Führung möglich und führt über 465 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Auf dem Domplein, dem Platz zwischen Turm und Kathedrale, sind die Fundamente des eingestürzten Kirchenschiffs im Pflaster markiert – ein ungewöhnlicher Stadtboden, der die Geschichte sichtbar macht.
Direkt unter dem Domplein befindet sich DOMunder, ein unterirdisches Archäologiemuseum, das mit Taschenlampen erkundet wird und römische Fundamente sowie rund 2.000 Jahre Stadtgeschichte zeigt. Das ist besonders bei schlechtem Wetter eine sinnvolle Adresse.
Entlang des Oudegracht, dem etwa zwei Kilometer langen Hauptkanal der Altstadt, reihen sich historische Werftkeller aneinander, die heute als Cafés und Boutiquen genutzt werden. Der Kanal wurde im 12. Jahrhundert angelegt und ist durch seine zweistöckige Uferstruktur ungewöhnlich in den Niederlanden. Kanu- und Ruderbootverleih sowie Grachtenfahrten sind direkt am Wasser buchbar.
Wer sich für Design interessiert, sollte das Rietveld Schröderhuis einplanen. Das Wohnhaus wurde 1924 von Gerrit Rietveld entworfen, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der wichtigsten Beispiele des De-Stijl-Designs. Besichtigungen finden mit Führung statt.
Außerdem lohnt sich ein Besuch im Museum Speelklok im historischen Stadtzentrum, das selbstspielende Musikinstrumente von der Spieldose bis zum Orchestrion zeigt – eine Sammlung, die es in dieser Form kaum woanders gibt.